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00:00:05.280 --> 00:00:08.640
Mein Name ist Jennifer Chert und ich bin die
Gründerin

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00:00:08.640 --> 00:00:11.760
und eine der Miteigentümer und Geschäftsführer

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00:00:11.760 --> 00:00:16.200
der Galerie ChertLüdde in Berlin.

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00:00:16.200 --> 00:00:26.640
Es ist eine Galerie, die im weitesten Sinne
auf junge internationale Künstler spezialisiert
ist.

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00:00:26.640 --> 00:00:29.640
Und wir sind in Berlin-Schöneberg

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00:00:29.640 --> 00:00:33.520
ansässig, auf der Hauptstraße. Nach vielen
Jahren in Kreuzberg,

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00:00:33.520 --> 00:00:37.160
sind wir Anfang diesen Jahres hierher gezogen.

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00:00:37.680 --> 00:00:40.920
Ja, die Galerie ist, im Allgemeinen, ich würde
sagen, spezialisiert

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00:00:40.920 --> 00:00:44.760
auf junge internationale Künstler – aber
nicht nur... Und es ist

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00:00:46.040 --> 00:00:48.480
eigentlich etwas, das...

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00:00:48.960 --> 00:00:51.720
Nun, wir sind vor allem hier, um über Ruth
zu sprechen

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00:00:51.720 --> 00:00:56.040
Wolf-Rehfeldt, eine deutsche Künstlerin von
einer anderen Generation.

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00:00:56.040 --> 00:01:01.000
Und ich erinnere mich, das erste Mal als ich
sie traf

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00:01:01.000 --> 00:01:05.000
habe ich über die Galerie gesprochen und ich
sagte ihr, dass

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00:01:05.000 --> 00:01:10.000
wir eine Galerie haben, die auf junge internationale
Künstler spezialisiert ist.

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00:01:10.000 --> 00:01:15.000
Sie begann zu lachen und sagte: Oh, da passe
ich wirklich nicht rein.

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00:01:17.000 --> 00:01:19.000
Aber eigentlich passt sie sehr gut.

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00:01:19.000 --> 00:01:27.000
Wir haben uns das erste Mal im Jahr 2014 getroffen.

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00:01:27.000 --> 00:01:32.000
Und seither haben wir angefangen sehr, sehr
eng zusammenzuarbeiten.

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00:01:32.000 --> 00:01:34.000
In diesem Moment hier sind wir

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00:01:34.000 --> 00:01:38.000
in einem Teil des Lagers der Galerie und dies
ist ein Raum,

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00:01:38.000 --> 00:01:45.000
der hauptsächlich Ruths Werk gewidmet ist.

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00:01:45.000 --> 00:01:48.000
Ruth arbeitete viel im Papierformat

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00:01:48.000 --> 00:01:50.000
mit der Schreibmaschine.

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00:01:50.000 --> 00:01:55.000
Und die meisten ihrer Produktionen,

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00:01:55.000 --> 00:01:58.000
die noch bei ihr verblieben waren

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00:01:58.000 --> 00:02:01.000
als wir uns trafen, sind jetzt hier.

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00:02:01.000 --> 00:02:05.000
Ich habe Ruth Wolf-Rehfeldt durch

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00:02:05.000 --> 00:02:11.000
einen anderen Künstler kennengelernt, David
Horvitz, mit dem wir in der Galerie arbeiten.

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00:02:11.000 --> 00:02:16.000
Er ist ein amerikanischer Künstler, der in
L.A. lebt und

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00:02:18.000 --> 00:02:21.000
seine, inzwischen, Frau, Zanna Gilbert,

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00:02:21.000 --> 00:02:26.000
arbeitet gerade als Researcher am Getty in
L.A.

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00:02:26.000 --> 00:02:29.000
Und 2014 war sie am MoMA

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00:02:29.000 --> 00:02:35.000
in New York, und dort hat sie die Mail Art-Verbindung
zwischen

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00:02:35.000 --> 00:02:41.000
Lateinamerika und Deutschland recherchiert.
Ostdeutschland im Besonderen.

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00:02:41.000 --> 00:02:46.000
Und sie war auch im Archiv von Paulo Bruscky
in Recife in Brasilien.

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00:02:46.000 --> 00:02:51.000
Und dort begann sie eine Menge Material zu
finden,

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00:02:51.000 --> 00:02:57.000
das aus Deutschland kam, von den Rehfeldts.
Von Robert Rehfeldt und Ruth Wolf-Rehfeldt.

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00:02:57.000 --> 00:03:00.000
Also wurde sie sehr neugierig

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00:03:00.000 --> 00:03:04.000
und als David Horvitz in Berlin war, bat sie
ihn

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00:03:04.000 --> 00:03:07.000
das Archiv zu besuchen,

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00:03:07.000 --> 00:03:11.000
um zu sehen, welches Material er finden würde,
das

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00:03:11.000 --> 00:03:15.000
aus Lateinamerika und insbesondere von Bruscky
geschickt worden war.

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00:03:15.000 --> 00:03:20.000
Also ging ich zusammen mit David zuerst

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00:03:20.000 --> 00:03:24.000
Lutz Wohlrab besuchen, den Sie auch getroffen
haben,

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00:03:24.000 --> 00:03:28.000
und danach haben wir Ruth zu Hause besucht.

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00:03:28.000 --> 00:03:32.000
Und das war Liebe auf den ersten Blick.

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00:03:32.000 --> 00:03:39.000
Wir entdeckten diese tolle Frau, eine großartige
Geschichtenerzählerin mit

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00:03:40.000 --> 00:03:44.000
einer großen Vorgeschichte und Fantasie und
Leidenschaft.

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00:03:45.000 --> 00:03:49.000
Und das war, wie ich schon sagte, 2014.

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00:03:49.000 --> 00:03:56.000
Und aus dieser ersten Begegnung entstand eine
Ausstellung, die im

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00:03:56.000 --> 00:03:59.000
Januar 2015 stattfand.

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00:03:59.000 --> 00:04:04.000
Und diese erste Ausstellung war in zwei Teile
gegliedert.

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00:04:04.000 --> 00:04:09.000
Der eine Teil war eine Ausstellung mit Werken
von Ruth Wolf-Rehfeldt.

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00:04:09.000 --> 00:04:12.000
Dort haben wir uns auf kleine Formate

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00:04:12.000 --> 00:04:18.000
und Postkartenformate konzentriert, weil es
darum ging zu versuchen

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00:04:18.000 --> 00:04:21.000
diese Verbindung zur Mail Art zu identifizieren.

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00:04:21.000 --> 00:04:24.000
Und der zweite Teil war dann eine Ausstellung,

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00:04:24.000 --> 00:04:29.000
die Zanna kuratiert hatte, mit dem

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00:04:29.000 --> 00:04:33.000
Mail Art-Austausch zwischen Paulo Bruscky und
Robert Rehfeldt.

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00:04:33.000 --> 00:04:38.000
Und es war eine sehr schöne Ausstellung mit
einer Menge Material,

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00:04:38.000 --> 00:04:43.000
das Bruscky nach Deutschland geschickt hatte.

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00:04:43.000 --> 00:04:44.000
Das war also schon hier.

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00:04:44.000 --> 00:04:49.000
Und dazu digitale Reproduktionen, in Form einer
Slideshow

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00:04:49.000 --> 00:04:53.000
und Dokumentation, der Materialien, die ihm
im Gegenzug zugesandt worden waren und

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00:04:53.000 --> 00:04:57.000
die sich natürlich noch in seinem Archiv in
Brasilien befanden.

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00:04:57.000 --> 00:05:02.000
Und diese Ausstellung hieß “Home Archives”,

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00:05:02.000 --> 00:05:03.000
was sehr treffend ist,

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00:05:03.000 --> 00:05:07.000
denn wie wir später sehen werden wenn wir
ins Archiv gehen:

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00:05:07.000 --> 00:05:11.000
Es gibt tatsächlich Hunderte

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00:05:11.000 --> 00:05:15.000
von Archiven von Mail Art in den Häusern

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00:05:15.000 --> 00:05:18.000
all der Künstler, die daran beteiligt waren
und die beschlossen haben, sie zu behalten.

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00:05:18.000 --> 00:05:22.000
Zanna hat damit also wirklich bereits auf diese
Idee

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00:05:22.000 --> 00:05:26.000
einer sehr engen und intimen Verbindung hingwiesen.

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00:05:27.000 --> 00:05:33.000
Hier sehen wir einige Beispiele von Arbeiten,

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00:05:33.000 --> 00:05:38.000
die sowohl Ruth als auch Robert speziell als
Mail Art

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00:05:38.000 --> 00:05:44.000
produzierten, was bedeutet dass das Format
sehr wichtig ist.

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00:05:44.000 --> 00:05:49.000
Es ist ein Postkartenformat, das man benutzt,
weil es

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00:05:49.000 --> 00:05:52.000
sehr einfach per Post zu versenden ist.

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00:05:53.000 --> 00:05:58.000
Ich finde es sehr schön, wie man hier auch
schon den

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00:05:58.000 --> 00:06:00.000
Unterschied im Stil sieht, der meiner Meinung

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00:06:00.000 --> 00:06:04.000
nach auch ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten
entspricht.

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00:06:04.000 --> 00:06:07.000
Also, Robert hat eine Menge

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00:06:07.000 --> 00:06:10.000
sehr klare und direkte Slogans

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00:06:11.000 --> 00:06:15.000
in seiner Mail Art benutzt und

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00:06:15.000 --> 00:06:24.000
er entwickelte auch dieses Konzept

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00:06:24.000 --> 00:06:28.000
der Kontaktkunst und diese Idee des Teilens,

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00:06:28.000 --> 00:06:33.000
nicht nur von Ressourcen und Verbindungen,
sondern wirklich auch von Ideen.

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00:06:33.000 --> 00:06:37.000
Er meinte: Deine Idee beinhaltet meine Idee.

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00:06:37.000 --> 00:06:41.000
Er hatte also dieses sehr starke Bedürfnis

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00:06:41.000 --> 00:06:44.000
nach einer sehr starken Verbindung.

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00:06:46.000 --> 00:06:47.000
Es ist auch

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00:06:47.000 --> 00:06:51.000
kein Zufall, dass Robert Rehfeldt als einer
der

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00:06:51.000 --> 00:06:56.000
wichtigsten Pioniere der Mail Art-Bewegung
in Deutschland gilt.

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00:06:56.000 --> 00:07:00.000
Er war extrem engagiert und extrem leidenschaftlich

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00:07:00.000 --> 00:07:04.000
und hat die Sache sehr vorangetrieben.

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00:07:04.000 --> 00:07:09.000
Und so ist auch Ruth,

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00:07:09.000 --> 00:07:14.000
seine Frau, Teil der Bewegung geworden.

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00:07:14.000 --> 00:07:15.000
Auch sie hat eindeutig

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00:07:15.000 --> 00:07:18.000
einen sprachbasierten Ansatz.

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00:07:18.000 --> 00:07:21.000
Aber die Art, wie sie die Sprache einsetzt,
hat viel mehr zu tun

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00:07:21.000 --> 00:07:24.000
mit visueller Poesie und konkreter Poesie.

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00:07:24.000 --> 00:07:29.000
Es ist also sehr visuell, sehr metaphorisch,

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00:07:29.000 --> 00:07:32.000
aber es ist keine direkte Konfrontation.

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00:07:33.000 --> 00:07:35.000
Und sie arbeitete in sehr

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00:07:35.000 --> 00:07:37.000
unterschiedlichen Serien. Diese hier, zum Beispiel,

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00:07:37.000 --> 00:07:42.000
gehören eher zu einer Serie, die sie "Konkrete
Figuren”

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00:07:42.000 --> 00:07:49.000
nennt, was sich sowohl auf Architektur oder
auch die Idee von Wesenheiten bezieht.

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00:07:49.000 --> 00:07:54.000
Es gibt eine Menge Bilder in dieser konkreten
Serie,

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00:07:54.000 --> 00:07:59.000
die einen an Roboter erinnern, in einem gewissen
Sinne.

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00:07:59.000 --> 00:08:04.000
Und es ist auch eine Reaktion auf die staatliche
Kontrolle,

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00:08:04.000 --> 00:08:08.000
unter der sie natürlich lebten, da

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00:08:08.000 --> 00:08:11.000
sie in der ehemaligen DDR waren.

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00:08:11.000 --> 00:08:17.000
Und ohne Frage gab es auch eine Form der Überwachung

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00:08:17.000 --> 00:08:22.000
und Kontrolle ihrer Aktivitäten durch die
staatlichen Organe.

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00:08:22.000 --> 00:08:26.000
Ruth hat viele Arbeiten, die an diesen Umstand
erinnern,

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00:08:26.000 --> 00:08:30.000
wie diese Idee einer Welle,

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00:08:30.000 --> 00:08:32.000
die immer da ist, die dich kontrolliert, oder

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00:08:34.000 --> 00:08:37.000
nochmal, diese Roboter

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00:08:37.000 --> 00:08:40.000
und manchmal auch bürokratische Wesenheiten.

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00:08:41.000 --> 00:08:46.000
Und dann hat sie andere Serien, die viel, sagen
wir mal,

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00:08:46.000 --> 00:08:52.000
leichter und poetischer sind, wie etwa Regen,
die aus verschiedenen Lettern bestehen.

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00:08:52.000 --> 00:08:56.000
Und was wirklich schön ist, zum Beispiel dieses
hier,

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00:08:56.000 --> 00:09:01.000
das ist ganz klar eines, das sie vorbereitet
hat, um

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00:09:01.000 --> 00:09:07.000
es per Post zu versenden. Er ist an Arrigo
Lora-Totino adressiert,

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00:09:07.000 --> 00:09:11.000
ein italienischer Künstler, der auch

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00:09:13.000 --> 00:09:15.000
mit der Mail Art zu tun hatte.

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00:09:15.000 --> 00:09:19.000
Und ich habe tatsächlich auch sein Archiv
in Turin besucht.

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00:09:19.000 --> 00:09:24.000
Er ist vor ein paar Jahren verstorben und

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00:09:24.000 --> 00:09:27.000
seine Ehefrau, die noch in ihrem Haus in Torino
lebt,

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00:09:27.000 --> 00:09:31.000
öffnete ein wenig das Archiv.

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00:09:31.000 --> 00:09:35.000
Ich habe sie vor ein paar Jahren besucht

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00:09:35.000 --> 00:09:39.000
und dort fand ich auch andere Arbeiten von
Ruth, die geschickt worden waren.

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00:09:39.000 --> 00:09:45.000
Aber das wurde nie verschickt, sonst wäre
es nicht hier.

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00:09:45.000 --> 00:09:48.000
Und es ist von 1979.

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00:09:48.000 --> 00:09:50.000
Sie haben also beide

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00:09:50.000 --> 00:09:56.000
Mitte der 1970er Jahre angefangen sich in der
Mail Art-Bewegung zu engagieren.

