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1
00:00:06.567 --> 00:00:08.033
Guten Tag meine Damen und Herren.

2
00:00:08.033 --> 00:00:11.933
Ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu einem
weiteren Beitrag in der Reihe

3
00:00:11.933 --> 00:00:14.033
Theoretische Elektrotechnik.

4
00:00:14.033 --> 00:00:17.067
Es wird heute gehen um das Vorwissen.

5
00:00:17.067 --> 00:00:23.000
Wir wollen einfach einmal darauf schauen, was
denn insbesondere an mathematisches

6
00:00:23.000 --> 00:00:25.833
Vorwissen notwendig ist.

7
00:00:25.833 --> 00:00:32.867
Das ganze wird kein Repetitorium werden, aber
manche Sachen werden Ihnen vielleicht,

8
00:00:32.867 --> 00:00:36.367
wenn Sie es dann sehen, auch wieder einfallen.

9
00:00:36.367 --> 00:00:42.133
Mein Name ist Hans Georg Krauthäuser, Inhaber
der Professur für

10
00:00:42.133 --> 00:00:46.500
Theoretische Elektrotechnik und Elektromagnetische
Verträglichkeit an der TU Dresden.

11
00:00:46.525 --> 00:00:56.733
Gut. Jetzt würden wir direkt schon einsteigen
in die Präsentation.

12
00:00:56.733 --> 00:01:05.000
Es geht in der Theoretischen Elektrotechnik
so wie wir sie definieren, um die Maxwell-Gleichung.

13
00:01:05.000 --> 00:01:10.000
Und die Maxwell-Gleichung, die habe ich Ihnen
hier

14
00:01:10.000 --> 00:01:13.000
noch einmal dargestellt. Es sind 4 Gleichungen.

15
00:01:13.000 --> 00:01:16.000
Wir haben das Induktionsgesetz.

16
00:01:16.000 --> 00:01:23.000
Wir haben das Ampèrische Durchflutungsgesetz
erweitert um den Term

17
00:01:23.000 --> 00:01:27.000
den Maxwell dazu gebracht hat, die Verschiebungsstromdichte.

18
00:01:27.000 --> 00:01:31.000
Wir haben die Gesetzmäßigkeit der Quellenfreiheit
des Magnetfeldes und wir

19
00:01:31.000 --> 00:01:40.000
haben das Coulomb-Gesetz, wo wir also die Quellen
des elektrischen Feldes eingeführt haben.

20
00:01:40.000 --> 00:01:48.000
Wenn wir uns diese Grundgleichungen anschauen,
dann wird schon offensichtlich,

21
00:01:48.000 --> 00:01:58.000
dass hier in einigen Bereichen eben Wissen
notwendig ist und ganz offensichtlich

22
00:01:58.000 --> 00:02:02.000
müssen wir wissen, was denn Felder sind.

23
00:02:02.000 --> 00:02:08.000
Wir müssen mit den Feldern umgehen können,
einfach weil die wesentlichen Größen,

24
00:02:08.000 --> 00:02:14.000
elektrische und magnetische Größen, die wir
hier betrachten, Feldgrößen sind.

25
00:02:14.000 --> 00:02:21.000
Wenn wir uns mit Feldern beschäftigen, dann
sollten wir uns mit skalar- als auch mit

26
00:02:21.000 --> 00:02:24.000
vektorwertigen Felder beschäftigen und auch
mit reellen und komplexen Feldern.

27
00:02:24.000 --> 00:02:32.000
Dann sind das hier partielle Differenzialgleichungen,
das heißt, auch

28
00:02:32.000 --> 00:02:39.000
sofort offensichtlich, dass Sie mit den Differenzialoperatoren
auf den Feldern

29
00:02:39.000 --> 00:02:41.000
umgehen können müssen.

30
00:02:41.000 --> 00:02:49.000
Die Rotation und die Divergenz, aber wir werden
dann Relativ schnell sehen, dass

31
00:02:49.000 --> 00:02:55.000
auch der Gradient eine Rolle spielt, so dass
wir dann schon die drei wesentlichen

32
00:02:55.000 --> 00:03:00.000
Differenzialoperationen hier benannt hätten.

33
00:03:00.000 --> 00:03:05.000
Es sind partielle Differenzialgleichungen und
wenn die Grundgleichung partielle

34
00:03:05.000 --> 00:03:09.000
Differenzialgleichungen sind, dann ist es ganz
offensichtlich das wir ein gewisses

35
00:03:09.000 --> 00:03:15.000
Wissen an Differenzialgleichungen und auf den
Bezug der Lösungsmethoden haben müssen.

36
00:03:15.000 --> 00:03:23.000
Vieles von dem werden wir aber im Zuge des
Kurses tatsächlich auch noch einmal

37
00:03:23.000 --> 00:03:25.000
Detailliert betrachten.

38
00:03:25.000 --> 00:03:33.000
Die Formulierung wie sie hier oben angegeben
ist, das ist ja eine

39
00:03:33.000 --> 00:03:40.000
differenzielle Formulierung, das heißt, die
gibt Ihnen an, an einem bestimmten Ort

40
00:03:40.000 --> 00:03:45.000
instantan zu dieser Zeit, wie sind da die Verhältnisse
und Verknüpfungen zueinander.

41
00:03:45.000 --> 00:03:51.000
Häufig ist es aber so, dass wir zu integralen
Beschreibungen übergehen wollen

42
00:03:51.000 --> 00:03:57.000
und müssen und bei diesem Übergang von einer
differenziellen und lokalen zu

43
00:03:57.000 --> 00:04:03.000
integralen Beschreibung, da werden wir natürlich
auch zurück greifen müssen auf

44
00:04:03.000 --> 00:04:09.000
die Integralrechnung, seien es Linien-, Flächen-
oder auch Volumenintegrale.

45
00:04:09.000 --> 00:04:18.000
Wir werden das auch in den jeweils problemangepassten
Koordinatensystem

46
00:04:18.000 --> 00:04:24.000
machen, so dass also das Wissen nicht nur über
die Kartesischen-Koordinatensysteme,

47
00:04:24.000 --> 00:04:32.000
sondern eben auch über zylindrische Koordinaten
und sphärisch Koordinaten in 3D

48
00:04:32.000 --> 00:04:35.000
auf jeden Fall notwendig sein werden.

49
00:04:35.000 --> 00:04:43.000
Dazwischen muss auch umgerechnet werden, an
der Stelle kommt dann die Metrik ins Spiel

50
00:04:43.000 --> 00:04:50.000
oder eben der metrische Tensor und wir greifen
natürlich zurück auf Integralsätze,

51
00:04:50.000 --> 00:04:59.000
insbesondere Integralsatz von Gauss und den
Integralsatz von Stokes, Kronecker- Delta

52
00:04:59.000 --> 00:05:03.000
wird eine Rolle spielen, insbesondere auch
die Delta-Funktion.

53
00:05:03.000 --> 00:05:08.000
Ich nenne die hier Funktion, viele von Ihnen
werden es wissen, es ist streng

54
00:05:08.000 --> 00:05:14.000
genommen keine Funktion, sondern eine Disbrution,
aber bei dem was wir hier

55
00:05:14.000 --> 00:05:19.000
machen, kommt es auf diese Unterscheidung nicht
wirklich an.

56
00:05:19.000 --> 00:05:21.000
Gehen wir direkt zu den Differenzialoperatoren
über

57
00:05:25.000 --> 00:05:31.000
und wir fangen hier an mit der Divergenz.

58
00:05:31.000 --> 00:05:37.000
Die Divergenz ist eine Differenzialoperation
die angewendet wird

59
00:05:37.000 --> 00:05:46.000
auf ein Vektorfeld und das was da raus kommt,
ist etwas was wir auch gerne die

60
00:05:46.000 --> 00:05:51.000
Quellendichte nennen und die Quellendichte
ist ein Skalarfeld.

61
00:05:51.000 --> 00:05:57.000
Die Divergenz eines Vektorfeldes ergibt also
ein Skalarfeld.

62
00:05:57.000 --> 00:06:05.000
Sie wissen wahrscheinlich noch, wie Sie das
in kartesischen Koordinaten ausrechnen können.

63
00:06:05.000 --> 00:06:12.000
Wir benutzen für die Divergenz den Operator
div sehr häufig finden Sie das

64
00:06:12.000 --> 00:06:18.000
auch im Nabla-Operator geschrieben, dann in
Form eines Skalarproduktes, also Nabla

65
00:06:18.000 --> 00:06:23.000
skalar multipliziert mit dem Feld F.

66
00:06:23.000 --> 00:06:26.000
Und wie rechnen wir das aus in Kartesischen
Koordinaten?

67
00:06:26.000 --> 00:06:35.000
Wir rechnen über diese Summe wobei d/d x_i
hier eben die partielle Ableitung der i-ten

68
00:06:35.000 --> 00:06:40.000
Koordinate ist und das ist einfach die Form
wie wir eben auch ein

69
00:06:43.000 --> 00:06:45.000
Skalarprodukt schreiben würden.

70
00:06:45.000 --> 00:06:51.000
Deswegen ist es hier auch sehr naheliegend
mit diesem Nabla-Operator zu arbeiten.

71
00:06:51.000 --> 00:06:57.000
Häufig werden Sie das auch abgekürzt finden,
hin und wieder werden wir auch

72
00:06:57.000 --> 00:07:02.000
diese Schreibweise verwenden und eben über
die Einsteinsche Summenkonvention das

73
00:07:02.000 --> 00:07:10.000
einfach schreiben als d_i F_i und das d_i bezeichnet
hier eben auch wieder abgekürzt,

74
00:07:10.000 --> 00:07:14.000
die partielle Ableitung nach der i-ten Komponente.

75
00:07:14.000 --> 00:07:19.000
Und das hier sind kartesische Koordinaten.

76
00:07:19.000 --> 00:07:24.000
Wir listen das hier nicht auf für alle möglichen
Koordinatensysteme - das können

77
00:07:24.000 --> 00:07:26.000
Sie auch in Formelsammlungen nachschauen.

78
00:07:26.000 --> 00:07:31.000
Ganz Sinnvoll ist es aber, wenn Sie sich das
noch einmal vergegenwärtigen, dass wir

79
00:07:31.000 --> 00:07:38.000
das auch koordinatenfrei aufschreiben können
und koordinatenfrei ergibt sich das

80
00:07:38.000 --> 00:07:50.000
eben als ein Limes über das Volumen V gegen
0 und dann steht hier im Wesentlichen das

81
00:07:50.000 --> 00:07:58.000
Oberflächenintegral des Feldes über die geschlossene
Oberfläche dieses Volumens.

82
00:07:58.000 --> 00:08:03.000
n ist der Normalenvektor der Oberfläche des
Volumens.

83
00:08:03.000 --> 00:08:06.000
Konventionsmäßig immer nach außen gerichtet.

84
00:08:06.000 --> 00:08:12.000
Und das Ganze wird noch normiert mit dem Faktor
1 durch V.

85
00:08:12.000 --> 00:08:22.000
Die Rotation, die wir uns als nächstes vergegenwärtigen,
wird wiederum ebenfalls

86
00:08:22.000 --> 00:08:29.000
auf ein Vektorfeld angewendet, gibt aber nun
als Resultat ebenfalls ein Vektorfeld.

87
00:08:29.000 --> 00:08:36.000
Und gerne wird die Rotation des Vektorfeldes
als die Wirbelstärke dieses

88
00:08:36.000 --> 00:08:42.000
Feldes bezeichnet. Auch hier zunächst mal
wieder in Kartesischen Koordinaten das

89
00:08:42.000 --> 00:08:44.000
Ganze ausgerechnet oder dargestellt.

90
00:08:44.000 --> 00:08:51.000
rot F ist die übliche Abkürzung die wir wählen
werden.

91
00:08:51.000 --> 00:08:58.000
Auch hier wird man manchmal Nabla X F verwenden.

92
00:08:58.000 --> 00:09:04.000
X ist hier tatsächlich im Sinne eines Kreuzproduktes
zu verstehen, wenn Nabla

93
00:09:04.000 --> 00:09:10.000
gleich der Vektor (d/dx, d/dy, d/dz) ist, dann
rechnen Sie eben das jetzt hier

94
00:09:10.000 --> 00:09:16.000
wirklich nach den Regeln des Kreuzpunktes aus
und das ist genau das, was hier hinten

95
00:09:16.000 --> 00:09:20.000
noch mal ausgeschrieben steht.

96
00:09:20.000 --> 00:09:27.000
Wenn Sie diese Summen jetzt nacheinander durchlaufen,
dann bekommen Sie genau den

97
00:09:27.000 --> 00:09:31.000
Ausdruck, den Sie auch entsprechend des Kreuzproduktes
bekommen würden.

98
00:09:31.000 --> 00:09:38.000
Zur Erinnerung: dieses Epsilon i, j, k was
hier auftaucht, das ist der total

99
00:09:38.000 --> 00:09:43.000
antisymmetrische Einheitstensor dritter Stufe
oder gerne auch das

100
00:09:43.000 --> 00:09:49.000
Levi-Cevita-Symbol genannt. Auch hier können
wir wieder eine kompakte Form

101
00:09:49.000 --> 00:09:55.000
aufschreiben, wenn wir wieder die Einsteinsche
Summenkonvention benutzen und

102
00:09:55.000 --> 00:10:00.000
auch die partielle Ableitung etwas kompakter
schreiben, hätten wir einfach

103
00:10:00.000 --> 00:10:06.000
diese kompaktere Form Epsilon i, j, k Einheitsvektor
in i-Richtung partielle

104
00:10:06.000 --> 00:10:12.000
Ableitung bezüglich J und dann eben angewendet
auf die k-te Feldkomponente.

105
00:10:12.000 --> 00:10:19.000
Noch einmal ganz kurz: Levi-Cevita oder total
antisymmetrische Einheitssensor

106
00:10:19.000 --> 00:10:25.000
dritter Stufe: Ganz einfach im Prinzip definiert,
das ist eine Matrix oder ein

107
00:10:25.000 --> 00:10:34.000
drei dimensionales Gebilde - ein Tensor - der
einfach den Wert 1 hat, wenn i, j, k

108
00:10:34.000 --> 00:10:40.000
zyklisch sind, zum Beispiel 1, 2, 3; der Wert
ist -1, wenn i, j, k antizyklisch

109
00:10:40.000 --> 00:10:46.000
sind, also zum Beispiel 3, 2, 1 und in allen
anderen Fällen ist der Wert von

110
00:10:46.000 --> 00:10:47.000
Epsilon i, j, k gleich 0.

111
00:10:47.000 --> 00:10:59.000
Auch hier gibt es eine koordinatenfreie Definition
auch wieder als Limes über ein

112
00:10:59.000 --> 00:11:05.000
Volumen gegen 0 und das entscheidende Integral,
was jetzt hier genommen wird,

113
00:11:05.000 --> 00:11:13.000
wäre also n X F, n ist wieder der Normalenvektor
an der Oberfläche, das

114
00:11:13.000 --> 00:11:18.000
Integral erstreckt sich wieder über die geschlossene
Oberfläche dieses Volumens und

115
00:11:18.000 --> 00:11:23.000
auch hier findet wieder eine Normierung mit
dem Volumen statt.

116
00:11:23.000 --> 00:11:35.000
Das sind ganz wesentliche Operatoren, die wir
hier immer wieder brauchen werden und

117
00:11:35.000 --> 00:11:42.000
ja es ist festzustellen, dass doch viele auch
immer wieder gewisse Probleme damit

118
00:11:42.000 --> 00:11:44.000
haben und sich fragen „ja was ist denn das?“.

119
00:11:44.000 --> 00:11:48.000
Insbesondere die Anschauung ist manchmal das
Problem.

120
00:11:48.000 --> 00:11:54.000
Ausrechnen kann man das dann, aber die Anschauung
ist nicht so ganz da.

121
00:11:54.000 --> 00:12:02.000
Da muss man dann sagen, da gibt es ganz hervorragende
Videos von Grant Sanderson

122
00:12:02.000 --> 00:12:10.000
dessen Kanal ich hier unten jetzt auch mal
verlinkt habe und es gibt insbesondere auch

123
00:12:10.000 --> 00:12:15.000
ein Video zu Divergenz und Rotation, wo wir
gleich auch mal ganz kurz reinschauen werden.

124
00:12:15.000 --> 00:12:25.000
Das Ganze ist nicht von der formalen Seite
aufbereitet, sondern kommt

125
00:12:25.000 --> 00:12:29.000
tatsächlich von der visuellen Komponente her.

126
00:12:29.000 --> 00:12:37.000
Und Grant Sanderson verwendet hier ein Animation
Package – manim en Python

127
00:12:37.000 --> 00:12:45.000
Package-, dass ich auch noch mal verlinkt habe,
weil es eben tatsächlich auch sehr

128
00:12:45.000 --> 00:12:47.000
schön und auch in der Anwendung sehr schön
ist.

129
00:12:47.000 --> 00:12:57.000
Also schauen wir einmal ganz kurz rein, hier
wirklich in das Video über „Divergenz und
Rotation"

130
00:12:57.000 --> 00:13:01.000
damit Sie einen Eindruck bekommen.

131
00:13:07.000 --> 00:13:12.000
Ich habe den Ton ein klein Bisschen runter
genommen des Videos, Sie können sich das

132
00:13:12.000 --> 00:13:16.000
Video auch auf YouTube in voller Lautstärke
anschauen.

133
00:13:16.000 --> 00:13:24.000
Aber das Entscheidende ist, was wir hier sehen,
ist die wirklich richtig gute

134
00:13:24.000 --> 00:13:34.000
Animation und das ist das was eben häufig
tatsächlich fehlt, wenn man es nur von der

135
00:13:34.000 --> 00:13:37.000
formalen Seite einführt.

136
00:13:37.000 --> 00:13:41.000
Schauen Sie ruhig auch einmal die anderen Videos
an die Grant Sanderson

137
00:13:41.000 --> 00:13:43.000
auf seinem Kanal hat.

138
00:13:43.000 --> 00:13:50.000
Ich bin wirklich sehr angetan und halte das
für eine außerordentlich gute Ergänzung
zu

139
00:13:50.000 --> 00:13:57.000
dem, was wir hier machen.

140
00:13:57.000 --> 00:14:03.000
Gut, dass soll jetzt hier reichen, schalten
das wieder aus und gehen jetzt weiter auf

141
00:14:03.000 --> 00:14:13.000
die nächste Folie und werden den dritten sehr
wichtigen Differenzialoperator

142
00:14:13.000 --> 00:14:15.000
einführen - den Gradienten.

143
00:14:15.000 --> 00:14:25.000
Der Gradient tritt in den Maxwell-Gleichungen
unmittelbar nicht auf, aber sehr schnell, wenn
wir die Potentiale einführen

144
00:14:25.000 --> 00:14:28.000
- spätestens, wenn wir auf den Gradienten
zurückgreifen.

145
00:14:28.000 --> 00:14:38.000
Der Gradient wird angewendet auf ein Skalarfeld
und macht daraus dann ein

146
00:14:38.000 --> 00:14:41.000
Vektorfeld - die Ausgabe ist dann ein Vektorfeld.

147
00:14:41.000 --> 00:14:47.000
Und das Gradientenfeld ist das Richtungsfeld
des stärksten Anstieges.

148
00:14:47.000 --> 00:14:51.000
Und das ist - glaube ich - etwas, was man sich
relativ gut auch vorstellen kann.

149
00:14:51.000 --> 00:14:56.000
Deshalb brauchen wir hier vielleicht tatsächlich
kein Video.

150
00:14:56.000 --> 00:15:01.000
Ich werde Ihnen aber gleich noch eine Quelle
angeben, wo Sie trotzdem tatsächlich

151
00:15:01.000 --> 00:15:03.000
über Zusatzmaterial noch einmal schauen können.

152
00:15:03.000 --> 00:15:10.000
Zunächst in kartesischen Koordinaten: Wir
werden häufig tatsächlich die

153
00:15:10.000 --> 00:15:14.000
ausgeschriebenen Abkürzungen verwendet, Gradient
von F, wir können das auch

154
00:15:14.000 --> 00:15:19.000
schreiben als Nabla F, also Nabla angewendet
auf F.

155
00:15:19.000 --> 00:15:27.000
Darunter verstehen wir dann einfach, dass wir
die Funktion - das Feld - eben nach

156
00:15:27.000 --> 00:15:35.000
einander nach den Komponenten ableiten - partiell
- und dann eben diese Beiträge

157
00:15:35.000 --> 00:15:39.000
wieder gewichtet mit den Einheitsvektoren in
die Richtung aufsummieren, so dass wir

158
00:15:39.000 --> 00:15:42.000
also insgesamt ein Vektorfeld bekommen.

159
00:15:42.000 --> 00:15:46.000
Abgekürzt wieder mit der Einsteinischen Summenkonvention
wäre das dann

160
00:15:46.000 --> 00:15:56.000
einfach e_i d_i F. Auch hier sei erwähnt,
dass natürlich wieder eine koordinatenfreie

161
00:15:56.000 --> 00:16:03.000
Darstellung gibt, auch wieder über den Limes
eines Volumens gegen 0, auch wieder

162
00:16:03.000 --> 00:16:08.000
mit einer Normung auf das Volumen 1 durch V
und dann ist das einfach das

163
00:16:08.000 --> 00:16:18.000
Oberflächenintegral über die Oberfläche
des Volumen F mal Normalenvektor dS, also

164
00:16:18.000 --> 00:16:20.000
relativ einfach definiert.

165
00:16:20.000 --> 00:16:27.000
Ich habe schon gesagt, auch hier gibt es tatsächlich,
finde ich, gute Quellen.

166
00:16:27.000 --> 00:16:36.000
Ich verweise hier mal auf die „Khan Academy“
- Webadresse ist hier angegeben.

167
00:16:36.000 --> 00:16:43.000
Auch hier finde Sie ein Video, direkt zum Gradienten,
es ist aber lohnenswert bei der

168
00:16:43.000 --> 00:16:48.000
„Khan Academy“ vielleicht auch mal andere
Sachen anzuschauen.

169
00:16:48.000 --> 00:16:53.000
Im Gegensatz zu YouTube werden hier nicht nur
Videos dargestellt, sondern es gibt zu

170
00:16:53.000 --> 00:17:02.020
vielen Themen tatsächlich dann auch echte
Kurse mit Übungen, mit Selbsttest-Übungen,

171
00:17:02.020 --> 00:17:08.020
wo man sich durchklicken kann, sicherlich auch
für viele Sachen eine gute Ergänzung

172
00:17:08.020 --> 00:17:14.020
um schnell etwas aufzuarbeiten, was man nicht
mehr ganz so präsent hat.

173
00:17:14.020 --> 00:17:26.020
Gut, das waren die Differenzialoperatoren auf
die wir immer wieder zurückgreifen werden.

174
00:17:26.020 --> 00:17:34.020
Ich hatte anfangs schon gesagt, natürlich
brauchen wir das Ganze auch in

175
00:17:34.020 --> 00:17:36.020
verschiedenen Koordinatensystemen.

176
00:17:36.020 --> 00:17:41.020
Das liegt einfach daran, dass eben nicht immer
die kartesischen Koordinaten, die

177
00:17:41.020 --> 00:17:49.020
problemangepassten Koordinaten sind und Probleme
lösen sich am Einfachsten dann,

178
00:17:49.020 --> 00:17:55.020
wenn man ein gutes, ein problemangepasstes
Koordinatensystem gefunden hat.

179
00:17:55.020 --> 00:18:03.080
Häufig kommt man eben hier neben den kartesischen
Koordinaten, die Sie alle kennen,

180
00:18:03.080 --> 00:18:08.080
mit zylindrischen oder mit sphärischen Koordinaten
weiter.

181
00:18:08.080 --> 00:18:11.080
Das Ganze natürlich in 2 D oder auch in 3
D.

182
00:18:11.080 --> 00:18:15.080
Die höheren Dimensionen brauchen wir typischerweise
nicht.

183
00:18:15.080 --> 00:18:18.080
Sie müssen wissen, wie man die Komponenten
umrechnet.

184
00:18:18.080 --> 00:18:25.080
Das führt Sie dann sehr schnell auf den Begriff
der Jacobi-Matrix, die Sie dann

185
00:18:25.080 --> 00:18:30.080
auch brauchen um differenziale oder integrale
Elemente umzurechnen.

186
00:18:30.080 --> 00:18:38.080
Das heißt um div, rot, grad in verschiedenen
Koordinatensystemen

187
00:18:38.080 --> 00:18:42.080
darzustellen, um aber auch die Volumenelemente,
die Flächenelemente oder

188
00:18:42.080 --> 00:18:46.080
die Linienelemente in verschiedenen Koordinaten
darzustellen.

189
00:18:46.080 --> 00:18:53.080
Dabei spielt dann eben der metrische Tensor,
die Metrik, eine ganz entscheidende

190
00:18:53.080 --> 00:19:00.040
Rolle, die Sie eben aus der Jacobi-Matrix ausrechnen
oder mit Hilfe der Jacobi-Matrix

191
00:19:00.040 --> 00:19:09.040
ausrechnen. Integralsätze ist etwas, was man
eigentlich ständig braucht.

192
00:19:09.040 --> 00:19:17.040
Wenn man die Ableitungen hat und entsprechende
Umformschritte macht, brauch

193
00:19:17.040 --> 00:19:22.040
man eigentlich ständig insbesondere den Satz
von Gauß und den Satz von Stokes.

194
00:19:22.040 --> 00:19:25.040
Fangen wir mit dem Satz von Gauß an.

195
00:19:25.040 --> 00:19:29.040
Der Satz von Gauß besagt, dass Oberflächenintegral
eines Vektorfeldes F

196
00:19:29.040 --> 00:19:37.040
über eine geschlossene Fläche O von V, Oberfläche
von V, ist gleich dem

197
00:19:37.040 --> 00:19:42.040
Volumenintegral der Divergenz von F erstreckt
über das von der Fläche O von V

198
00:19:42.040 --> 00:19:48.040
eingeschlossen Volumen oder eben formal mathematisch
ausgedrückt: Volumenintegral

199
00:19:48.040 --> 00:20:00.000
Divergenz F dV ist gleich Oberflächenintegral
F mal n dS.

200
00:20:00.000 --> 00:20:03.000
n ist hier wiederum der Normalenvektor.

201
00:20:03.000 --> 00:20:10.000
Das geht natürlich auch im Zweidimensionalen,
hingeschrieben haben wir

202
00:20:10.000 --> 00:20:14.000
das jetzt hier für eine dreidimensionales
Volumen und Oberfläche.

203
00:20:14.000 --> 00:20:19.000
Das sind Begriffe die man eben dreidimensional
ganz nochmal verwendet,

204
00:20:19.000 --> 00:20:24.000
aber Formal geht es auch in Zweidimensionalen,
dann ist das Volumen

205
00:20:24.000 --> 00:20:28.000
eine Fläche und das Oberflächenintegral wäre
dann eben

206
00:20:28.000 --> 00:20:31.000
das geschlossene Wegintegral.

207
00:20:31.000 --> 00:20:44.000
Der Satz von Stokes ist ähnlich einfach und
dürfte Ihnen auch bekannt sein, ja wie

208
00:20:44.000 --> 00:20:48.000
gesagt im Sinne einer Wiederholung eines kurzen
Aufrufens der Sätze ist hier

209
00:20:48.000 --> 00:20:50.000
vielleicht ganz gut, wenn wir es noch einmal
durchgehen.

210
00:20:50.000 --> 00:20:58.000
Das Kurven- oder Linienintegral eines Vektorfeldes
F Längs einer einfach

211
00:20:58.000 --> 00:21:05.060
geschlossenen Kurve C von A, Kontur von A,
ist gleich dem Oberflächenintegral der

212
00:21:05.060 --> 00:21:13.060
Rotation von F über eine beliebige Fläche
A die durch die Kurve C berandet wird.

213
00:21:13.060 --> 00:21:25.060
Oder wiederum etwas formal ausgedrückt: Das
Wegeintegral F ds um die Kontur der Fläche

214
00:21:25.060 --> 00:21:30.060
A ist gleich dem Flächenintegral Rotation
F dS.

215
00:21:30.060 --> 00:21:35.060
Und das können wir natürlich auch wieder
schreiben als Integral Rotation F skalar

216
00:21:35.060 --> 00:21:40.060
multipliziert mit dem normalen Vektor n dS.

217
00:21:40.060 --> 00:21:53.060
Etwas, das vielleicht ein bisschen mehr in
Vergessenheit geraten ist - was für Sie

218
00:21:53.060 --> 00:21:58.060
aber auch nicht neu ist -ist die Delta- Funktion.

219
00:21:58.060 --> 00:22:04.020
Besser gesagt eigentlich Delta-Distribution,
weil es gibt keinen

220
00:22:04.020 --> 00:22:07.020
geschlossenen Funktionsausdruck für das, was
wir jetzt hier einführen.

221
00:22:07.020 --> 00:22:11.020
Aber das sehen wir gleich noch.

222
00:22:11.020 --> 00:22:14.020
Kommen wir aber zuerst noch zur Motivation.

223
00:22:14.020 --> 00:22:20.020
Warum brauchen wir eigentlich die Delta-Funktion,
die Delta-Distribution?

224
00:22:20.020 --> 00:22:23.020
Was machen wir damit? Warum ist sie von so
großer Bedeutung?

225
00:22:23.020 --> 00:22:36.020
Dazu ein Beispiel: Wir kennen alle das Coulomb-Feld,
das ja für eine Punktladung

226
00:22:36.020 --> 00:22:41.020
im Ursprung genauso aussieht, wie ich Ihnen
das hier so dargestellt habe.

227
00:22:41.020 --> 00:22:46.020
Das heißt, das Feld E ist gleich einer Normierung
- 1 durch 4 pi eplsilon_0 -

228
00:22:46.020 --> 00:22:52.020
Q ist die Ladung im Ursprung und dann fällt
das eben 1 durch r^2 ab und ist immer in

229
00:22:52.020 --> 00:22:56.020
Richtung des Einheitsvektors in radialer Richtung
gerichtet.

230
00:22:56.020 --> 00:23:04.080
Also eine einfache Größe, die Sie aus den
Grundlagen der Elektrotechnik auf jeden Fall
schon kennen.

231
00:23:04.080 --> 00:23:10.080
Wenn wir jetzt die Divergenz - die Quellstärke
- einer solchen Punktladung

232
00:23:10.080 --> 00:23:19.080
errechnen wöllten, dann erwarten wir ja, dass
die außerhalb des Ursprunges, da wo

233
00:23:19.080 --> 00:23:26.080
keine Quellen sind, gleich 0 ist und am Ursprung,
da wo die Quelle ist, da sollte

234
00:23:26.080 --> 00:23:33.080
die Quellstärke tatsächlich auch einen Wert
ergeben, einen endlichen Wert ergeben.

235
00:23:33.080 --> 00:23:38.080
Und wir haben eben schon gesagt: die Divergenz
ist das, was die Quellstärke ausrechnet.

236
00:23:38.080 --> 00:23:42.080
Und wenn wir jetzt die ganzen Konstanten, die
wir hier oben noch stehen

237
00:23:42.080 --> 00:23:46.080
haben, mal weglassen, dann beschränkt sich
die Aufgaben ja darauf, dass wir die

238
00:23:46.080 --> 00:23:52.080
Divergenz berechnen von 1 durch r^2 Einheitsvektor
in Richtung R.

239
00:23:52.080 --> 00:23:58.080
Das Problem ist kugelsymmetrisch.

240
00:23:58.080 --> 00:24:05.040
Also würden wir hier sicherlich auch hingehen
und den Divergenz-Operator direkt

241
00:24:05.040 --> 00:24:08.040
in Kugelkoordinaten anwenden.

242
00:24:08.040 --> 00:24:10.040
Das suchen wir uns aus den Formelsammlungen,

243
00:24:10.040 --> 00:24:11.040
wenn wir es nicht mehr wissen.

244
00:24:11.040 --> 00:24:17.040
Klar ist, das werden natürlich auch Ableitungen
nach d/d phi und d/d theta auftauchen,

245
00:24:17.040 --> 00:24:21.040
die aber hier kein Rolle spielen, weil wir
hier ja gar keine

246
00:24:21.040 --> 00:24:24.040
Abhängigkeit von phi und theta haben.

247
00:24:24.040 --> 00:24:35.040
Das heißt, es bleibt hier wirklich nur übrig,
die Ableitung in radialer Richtung

248
00:24:35.040 --> 00:24:39.040
dr und wenn wir uns da aus der Formelsammlung
und das anschauen, wie das

249
00:24:39.040 --> 00:24:44.040
aussieht, dann sieht das eben so aus, wie es
hier aufgeschrieben ist: 1 durch r^2

250
00:24:44.040 --> 00:24:53.040
Ableitung in r Richtung und dann r^2 mal die
Funktion die wir ableiten wollen und

251
00:24:53.040 --> 00:24:56.040
das ist 1 durch r^2 e_r.

252
00:24:56.040 --> 00:25:06.000
Das sieht zunächst mal gar nicht so kompliziert
aus, hat aber an der Stelle, an

253
00:25:06.000 --> 00:25:15.000
der wir das betrachten wollen, nämlich am
Ursprung, genau ein kleines Problem: r^2

254
00:25:15.000 --> 00:25:20.000
durch r^2 an dieser Stelle können wir natürlich
heraus kürzen – das ist einfach 1

255
00:25:20.000 --> 00:25:28.000
- so dass übrig bleibt: die partielle Ableitung
in radialer Richtung des

256
00:25:28.000 --> 00:25:31.000
Einheitsvektors in radialer Richtung.

257
00:25:31.000 --> 00:25:37.000
Außerhalb des Ursprunges ist das überhaupt
kein Problem: Sie haben den Einheitsvektor,

258
00:25:37.000 --> 00:25:47.000
der zeigt in radialer Richtung und wenn Sie
die Veränderung in der gleichen Richtung

259
00:25:47.000 --> 00:25:50.000
sich anschauen, dann stellen Sie fest, dass
der Einheitsvektor sich in dieser Richtung

260
00:25:50.000 --> 00:25:52.000
überhaupt nicht verändert.

261
00:25:52.000 --> 00:25:59.000
Das heißt, außerhalb des Ursprunges ist das
einfach 0, keine Veränderung heißt

262
00:25:59.000 --> 00:26:08.060
Ableitung ist 0 und das ist ja genau das was
wir eigentlich hier auch haben wollen.

263
00:26:08.060 --> 00:26:27.060
Wenn wir aber den Ursprung betrachten und am
Ursprung müssen Sie sich jetzt

264
00:26:27.060 --> 00:26:32.060
vorstellen, wie sieht denn der Einheitsvektor
im Ursprung aus?

265
00:26:32.060 --> 00:26:38.060
Wenn Sie hier den Ursprung haben an dieser
Stelle, dann wird der Einheitsvektor ja -

266
00:26:38.060 --> 00:26:45.060
wenn Sie sich vorstellen infinitisimal bewegen
Sie sich vom Ursprung weg - dann

267
00:26:45.060 --> 00:26:52.060
zeigt er mal in diese Richtung und mal in diese
Richtung und das ist genau das

268
00:26:52.060 --> 00:26:55.060
Dilemma, was Sie an dieser Stelle haben.

269
00:26:55.060 --> 00:27:02.020
Wenn Sie jetzt wirklich die Ableitung ausrechnen
wollen, dann ist das im Prinzip

270
00:27:02.020 --> 00:27:03.020
wirklich unbestimmt.

271
00:27:03.020 --> 00:27:09.020
Sie wissen nicht genau, wie der Einheitsvektor
denn aussieht, selbst bei

272
00:27:09.020 --> 00:27:12.020
einer infinitisimalen Verschiebungen aus dem
Ursprung heraus.

273
00:27:12.020 --> 00:27:18.020
Das heißt, Sie haben an der Stelle - für
den Ursprung - tatsächlich ein Problem.

274
00:27:18.020 --> 00:27:26.020
Und wegen solcher Art von Problemen, die nicht
nur wie jetzt beim Coulomb Potential

275
00:27:26.020 --> 00:27:30.020
auftauchen, sondern die immer wieder auch bei
ähnlichen Sachen auftauchen.

276
00:27:30.020 --> 00:27:36.020
Genau wegen solchen Problemen führen wir tatsächlich
die Delta-Funktion - die

277
00:27:36.020 --> 00:27:38.020
Delta-Distribution - ein.

278
00:27:38.020 --> 00:27:46.020
Wir definieren sie jetzt einfach einmal über
ihre Eigenschaften die sie hat.

279
00:27:46.020 --> 00:27:51.020
Und das sind zwei Stück: Wir sagen einfach
nur, dass soll eine Funktion - eine

280
00:27:51.020 --> 00:27:56.020
Disputation - sein, für die gelten soll, dass
sie für x ungleich 0 verschwindet,

281
00:27:56.020 --> 00:28:13.080
also delta(x)=0 für x ungleich 0 und dass,
wenn ich das Integral dieser Funktion bilde

282
00:28:13.080 --> 00:28:18.080
von -unendlich bis +unendlich, dass es dann
normiert sein sollte.

283
00:28:18.080 --> 00:28:20.080
Das heißt, dieses Integral ist einfach 1.

284
00:28:20.080 --> 00:28:25.080
Die Fläche unter der Kurve -unendlich bis
+unendlich ist 1.

285
00:28:25.080 --> 00:28:35.080
Solche Funktionen existieren eben tätsächlich
nur im Grenzwert anderer Funktion.

286
00:28:35.080 --> 00:28:38.080
Das ist genau der Punkt, warum es selber keine
Funktion ist.

287
00:28:38.080 --> 00:28:44.080
Sondern wir können das eigentlich nur definieren
als Grenzwert von n gegen

288
00:28:44.080 --> 00:28:56.080
unendlich von Funktionen f_n von x, die eben
normiert sind und für die dann eben

289
00:28:56.080 --> 00:29:05.040
einfach dieser Wert f_n(x) für n gegen unendlich
gegen 0 strebt außerhalb des

290
00:29:05.040 --> 00:29:13.040
Ursprungs. Solche Reihen von Funktionen gibt
es.

291
00:29:13.040 --> 00:29:17.040
Man kann das beispielsweise wie eben hier so
abschnittsweise definieren.

292
00:29:17.040 --> 00:29:22.040
Sie können sich leicht davon überzeugen,
dass diese Funktionsreihe genau diese

293
00:29:22.040 --> 00:29:26.040
Eigenschaft hat, die ich oben gefordert habe.

294
00:29:26.040 --> 00:29:31.040
Das muss aber nicht so eine geteilte Definition
sein, sondern wir können das

295
00:29:31.040 --> 00:29:40.040
hier mit so einer gaußartigen Funktion machen
oder auch über so eine Sinus x durch

296
00:29:40.040 --> 00:29:44.040
x^2 Reihe funktioniert das auch.

297
00:29:44.040 --> 00:29:54.040
Das sind drei Beispiele wie Sie Funktionenreihen
ansetzten können, um dann

298
00:29:54.040 --> 00:30:00.000
eben im Grenzwert gegen unendlich zur Deltafunktion
zu kommen.

299
00:30:00.000 --> 00:30:07.000
Es gibt wichtige Beziehungen für die Deltafunktion,
die wir hier auch ganz kurz

300
00:30:07.000 --> 00:30:10.000
aufführen wollen, die wir ganz kurz wiederholen
wollen.

301
00:30:10.000 --> 00:30:20.000
Aus der Definition folgt ziemlich unmittelbar,
eine wichtige Eigenschaft.

302
00:30:20.000 --> 00:30:29.000
Wenn Sie über eine Funktion integrieren und
im Integral dann eben als Faktor auch noch

303
00:30:29.000 --> 00:30:37.000
die Deltafunktion stehen haben, dann kommt
da einfach der Funktionswert am Ursprung

304
00:30:37.000 --> 00:30:39.000
bei X gleich 0 raus.

305
00:30:39.000 --> 00:30:44.000
Das können Sie über die Definition der Deltafunktion
und über die

306
00:30:44.000 --> 00:30:48.000
Normierungseigenschaft leicht überprüfen.

307
00:30:48.000 --> 00:30:53.000
Für x gleich 0 ist das hier einfach nur eine
0 multiplizieren, deshalb spielen die

308
00:30:53.000 --> 00:30:58.000
anderen Funktionswerte keine Rolle und über
die Normierung bleibt es dann dabei, dass

309
00:30:58.000 --> 00:31:00.060
das einfach f(0) ist.

310
00:31:00.060 --> 00:31:06.060
Das ist eine ganz, ganz wesentliche Eigenschaft,
die Sie tatsächlich auch noch

311
00:31:06.060 --> 00:31:10.060
verwenden können, wenn Sie das Ganze jetzt
verschieben.

312
00:31:10.060 --> 00:31:16.060
Das heißt, wenn Sie jetzt nicht Delta von
x betrachten, sondern wenn Sie betrachten

313
00:31:16.060 --> 00:31:21.060
Delta von x minus a, dann können Sie sich
ganz leicht auch wieder überlegen, dass

314
00:31:21.060 --> 00:31:29.060
eben alle Werte, außer x gleich a, hier keine
Rolle spielen, weil dann eben Delta

315
00:31:29.060 --> 00:31:31.060
von x minus a gleich 0 ist.

316
00:31:31.060 --> 00:31:37.060
Und die Normierung bleibt natürlich die gleiche,
auch wenn Sie das auf der Achse

317
00:31:37.060 --> 00:31:44.060
etwas verschieben, so dass hier einfach dann
f von a herauskommt.

318
00:31:44.060 --> 00:31:50.060
Wichtig, insbesondere für physikalischen Problemen,
ist auch eine

319
00:31:50.060 --> 00:31:58.060
Skalierungseigenschaft. Sie können sich ja
vorstellen, dass das x was wir betrachten,

320
00:31:58.060 --> 00:32:03.020
nicht immer eine dimensionslose Größe sein
muss, sondern manchmal ist sie auch

321
00:32:03.020 --> 00:32:07.020
dimensionsbehaftete Größe - könnte zum Beispiel
eine Länge sein.

322
00:32:07.020 --> 00:32:15.020
Und dann ist es eben ganz gut zu wissen, wie
sich die Deltafunktion verhält, wenn

323
00:32:15.020 --> 00:32:19.020
man hier eben mit einem skalaren k multipliziert.

324
00:32:19.020 --> 00:32:22.020
Das k könnte jetzt beispielsweise dann eben
die Einheit sein.

325
00:32:22.020 --> 00:32:26.020
Und dann gilt diese Beziehung, die ich Ihnen
hier aufgeschrieben habe, 1 durch k

326
00:32:26.020 --> 00:32:28.020
Betrag Delta von x.

327
00:32:28.020 --> 00:32:39.020
Natürlich können wir die Delta-Funktion auch
auf dreidimensionale Gegebenheiten verallgemeinern:

328
00:32:39.020 --> 00:32:42.020
Das ist hier unten aufgeschrieben.

329
00:32:42.020 --> 00:32:53.020
Wenn also r gleich x e_z + y e_y + z e_z ist,
dann können wir Delta von r definieren

330
00:32:53.020 --> 00:32:59.020
als das Produkt dreier Deltafunktionen, Delta
von x mal Delta von y mal Delta von z.

331
00:32:59.020 --> 00:33:09.080
Und dann gilt genauso wieder die Definition:
wenn eine der Größen x, y oder

332
00:33:09.080 --> 00:33:21.080
z ungleich Null ist, dann ergibt dieses Gesamtprodukt
0 und die Normierung gilt

333
00:33:21.080 --> 00:33:25.080
natürlich auch wieder entsprechend - das können
Sie sich leicht überlegen -, so dass

334
00:33:25.080 --> 00:33:30.080
wir diese Delta-Distribution auch im dreidimensionalen
oder in beliebigen

335
00:33:30.080 --> 00:33:33.080
Dimensionen verwenden können.

336
00:33:33.080 --> 00:33:43.080
Ja, jetzt können wir tatsächlich ein wenig
rumrechnen und den Gaußschen Integralsatz

337
00:33:43.080 --> 00:33:52.080
und die Delta-Funktion verwenden, um sich tatsächlich
diesem Problem - was ist denn

338
00:33:52.080 --> 00:33:58.080
die Divergenz 1 durch r^2 e_r - noch einmal
anzunähern.

339
00:33:58.080 --> 00:34:06.040
Und um das zu machen, bilden wir jetzt einfach
ein Volumenintegral

340
00:34:06.040 --> 00:34:09.040
über Divergenz 1 durch r^2 e_r.

341
00:34:09.040 --> 00:34:13.040
Und wir sind ja vollkommen frei, welche Oberfläche
wir nehmen.

342
00:34:13.040 --> 00:34:18.040
Und es ist naheliegend, wenn wir ein solches
Problem haben, das ja

343
00:34:18.040 --> 00:34:24.040
offensichtlich ein sphärisches Problem ist,
dass wir dann auch ein spezielles Volumen

344
00:34:24.040 --> 00:34:28.040
nehmen, weil wir uns damit das Leben etwas
einfacher machen können.

345
00:34:28.040 --> 00:34:35.040
Das Volumen, das wir hier wählen, ist einfach
eine Kugel vom Radius R also K(R)

346
00:34:35.040 --> 00:34:42.040
soll jetzt also einfach eine Kugel um den Ursprung
mit Radius R sein.

347
00:34:42.040 --> 00:34:51.040
Dann sagt uns der Satz von Gauß, dass wir
dieses Volumenintegral überführen können
in

348
00:34:51.040 --> 00:35:00.000
ein Oberflächenintegral über die Oberfläche
der Kugel und dabei wird dann die

349
00:35:00.000 --> 00:35:02.000
Divergenz einfach weggelassen.

350
00:35:02.000 --> 00:35:09.000
Und hier hinten steht natürlich e_r mal dem
Flächenelement.

351
00:35:09.000 --> 00:35:17.000
Und dieses Oberflächenintegral erstreckt sich
ja über die Oberfläche der Kugel, das

352
00:35:17.000 --> 00:35:23.000
hat offensichtlich nur Beiträge bei r = R.

353
00:35:23.000 --> 00:35:27.000
Da sehen wir auch, warum das so günstig war,
eine Kugel zu nehmen.

354
00:35:27.000 --> 00:35:30.000
Das macht das Ganze wesentlich einfacher.

355
00:35:30.000 --> 00:35:40.000
Und dieses Oberflächenelement, das können
wir natürlich auch schreiben als r^2, sin

356
00:35:40.000 --> 00:35:43.000
theta, d theta d phi.

357
00:35:43.000 --> 00:35:49.000
Und es ist immer nach Außen gerichtet also
mal e_r.

358
00:35:49.000 --> 00:36:00.060
Das ist ganz einfach das Flächenelement dieser
Kugel mit Radius R um den Ursprung.

359
00:36:00.060 --> 00:36:06.060
Das können wir einsetzen, das macht uns das
Ganze jetzt schön einfach: Wir haben dann

360
00:36:06.060 --> 00:36:14.060
offensichtlich eine Integration über d phi
- die läuft von 0 bis 2 pi.

361
00:36:14.060 --> 00:36:19.060
Der Ausdruck, den wir unter dem Integral stehen
haben, ist aber gar nicht von phi

362
00:36:19.060 --> 00:36:27.060
abhängig, so dass uns dieses Integral d phi
einfach nur einen Faktor 2 pi liefert.

363
00:36:27.060 --> 00:36:36.060
Das geht ja von 0 bis 2 pi und das Integral
d phi von 0 bis 2 pi ist eben 2 pi und es

364
00:36:36.060 --> 00:36:41.060
bleibt dann übrig natürlich die Integration
d theta - die geht über den Bereich von 0
bis pi.

365
00:36:41.060 --> 00:36:48.060
Und ansonsten ist hier einfach eingesetzt,
das Flächenintegral und wir haben noch

366
00:36:48.060 --> 00:37:00.020
sofort ausgerechnet, dass e_r mal e_r einfach
gleich 1 ist und das hier in diesem

367
00:37:00.020 --> 00:37:03.020
Ausdruck überhaupt nicht mehr auftaucht.

368
00:37:03.020 --> 00:37:10.020
Ja, und hier steht wieder ein r^2 durch r^2
- das ist eine 1-, so dass letztendlich

369
00:37:10.020 --> 00:37:13.020
einfach nur übrig bleibt das Integral über
sin theta d theta.

370
00:37:13.020 --> 00:37:21.020
Und das ist auch nicht schwierig: das Integral
0 bis pi sin theta d theta ist 2.

371
00:37:21.020 --> 00:37:28.020
Und das mit den 2 pi die wir schon haben, gibt
einfach einen Faktor 4 pi.

372
00:37:28.020 --> 00:37:41.020
Das verleitet uns jetzt dazu, doch einfach
den Ausdruck, den wir hier für die

373
00:37:41.020 --> 00:37:50.020
Divergenz stehen haben, zu identifizieren mit
4 pi delta von r.

374
00:37:50.020 --> 00:37:57.020
Weil, wenn wir das machen, stellen Sie sich
vor, wir würden hier oben 4 pi delta von r

375
00:37:57.020 --> 00:38:02.080
einsetzen, da geht das 4 pi natürlich nach
vorne.

376
00:38:02.080 --> 00:38:13.080
Und das delta von r über diese Kugel das liefert
uns ja außerhalb des Ursprunges

377
00:38:13.080 --> 00:38:19.080
überhaupt keine Beiträge mehr und ist aber
insgesamt normiert.

378
00:38:19.080 --> 00:38:24.080
Natürlich können wir die Kugel dann bis unendliche
gehen lassen, was den Wert nicht verändert,

379
00:38:24.080 --> 00:38:31.080
weil das was unter dem Integral steht, ja überhaupt
keine Beiträge mehr hat, ungleich von 0.

380
00:38:31.080 --> 00:38:37.080
Und dann steht von beiden Seiten 4 pi gleich
4 pi, was offensichtlich richtig ist.

381
00:38:37.080 --> 00:38:44.080
Und damit hätten wir gezeigt, dass diese Identität
gilt.

382
00:38:44.080 --> 00:38:53.080
Das heißt, es ist uns hier gelungen, diese
Divergenz auszurechnen, insbesondere eben

383
00:38:53.080 --> 00:38:55.080
auch für den Ursprung auszurechnen.

384
00:38:55.080 --> 00:39:01.040
Und das gibt einen Wert der mit der Delta-Funktion
verknüpft ist.

385
00:39:01.040 --> 00:39:09.040
Das ist aber auch gar nicht so überraschend
und kommt letztendlich daher, dass das

386
00:39:09.040 --> 00:39:15.040
Konstrukt, was wir ursprünglich gewählt haben,
nämlich zu sagen, wir haben hier

387
00:39:15.040 --> 00:39:21.040
eine Punktladung im Ursprung, das ist ja auch
schon was sehr, sehr künstliches.

388
00:39:21.040 --> 00:39:28.040
Tatsächlich gibt es ja keine Punktladung,
jede Ladung wird eine gewisse Ausdehnung haben.

389
00:39:28.040 --> 00:39:33.040
Und wenn man mit einer endlichen Ausdehnung
rechnen würde, dann hätten wir

390
00:39:33.040 --> 00:39:36.040
tatsächlich dieses Problem am Ursprung nicht.

391
00:39:36.040 --> 00:39:42.040
Das heißt, dass wir hier die Delta-Funktion
hinein bekommen in den Ausdruck für die

392
00:39:42.040 --> 00:39:46.040
Divergenz ist einerseits ganz schön, wenn
wir auf diese Art und Weise die Verknüpfung

393
00:39:46.040 --> 00:39:49.040
der Divergenz und der Delta-Funktion an der
Stelle bekommen haben.

394
00:39:49.040 --> 00:39:56.040
Und auf der anderen Seite braucht uns das jetzt
aber nicht großartig zu verwirren,

395
00:39:56.040 --> 00:40:03.000
weil dass, was wir angesetzt haben, ist ja
auch etwas ja sehr – ja, künstliches will

396
00:40:03.000 --> 00:40:06.000
ich vielleicht gar nicht sagen - modellhaftes.

397
00:40:06.000 --> 00:40:12.000
Und dass dann eben hier etwas merkwürdige
Lösung raus kommt für die Quellstärke am

398
00:40:12.000 --> 00:40:17.000
Ursprung ist eigentlich nicht weiter verwunderlich.

399
00:40:17.000 --> 00:40:27.000
Wir können dann aber natürlich auch, wenn
wir schon an diesem Punkt angekommen sind,

400
00:40:27.000 --> 00:40:30.000
auch einfach weiter rechnen.

401
00:40:30.000 --> 00:40:37.000
Und etwas, was man sehr einfach ausrechnen
kann, ist tatsächlich der Gradient 1/r.

402
00:40:37.000 --> 00:40:41.000
Schreiben Sie sich einfach mal hin, dann ist
es relativ schnell klar.

403
00:40:41.000 --> 00:40:46.000
Hier gibt es natürlich keinen phi und keinen
theta Anteil, so dass hier einfach

404
00:40:46.000 --> 00:40:50.000
stehen bleibt: e_r d nach d r von 1/r.

405
00:40:50.000 --> 00:40:56.000
Und das ist ganz offensichtlich -1/r^2 e_r.

406
00:40:56.000 --> 00:41:04.060
Und das ist bis auf das Vorzeichen genau der
Term,  den wir hier unter der Divergenz

407
00:41:04.060 --> 00:41:10.060
stehen haben - von dem wir alsovschon wissen,
wie groß die Divergenz ist.

408
00:41:10.060 --> 00:41:21.060
Und wenn wir das zusammenführen und jetzt
einfach diesen Ausdruck hier oben einsetzen

409
00:41:21.060 --> 00:41:28.060
würden, bekommen wir eine wichtige Beziehung
für den Laplace-Operator, den wir

410
00:41:28.060 --> 00:41:30.060
bei dieser Gelegenheit auch einführen.

411
00:41:30.060 --> 00:41:38.060
Der Laplace-Operator ist nichts anderes als
Divergenz angewendet auf das

412
00:41:38.060 --> 00:41:46.060
Gradientenfeld. Er wird auch sehr häufig mit
einem solchen Delta geschrieben, mit

413
00:41:46.060 --> 00:41:53.060
dem Laplace-Operator. Und wir sehen dann  nach
Einsetzen unmittelbar: Laplace 1/r -

414
00:41:53.060 --> 00:42:01.020
was ja nichts anderes ist, als Divergenz Gradient
von 1/r - und das ist gleich -4 pi delta von
(r).

415
00:42:01.020 --> 00:42:09.020
Das Minuszeichen ist genau das Minus, was hier
schon steht, also nicht wundern,

416
00:42:09.020 --> 00:42:15.020
wenn Sie das Einsetzen hier oben in den  Divergenz-Term
oder das Argument der

417
00:42:15.020 --> 00:42:20.020
Divergenz, dann taucht das Minus-Zeichen eben
auf  der anderen

418
00:42:20.020 --> 00:42:23.020
Seite auf, überhaupt kein Problem.

419
00:42:23.020 --> 00:42:35.020
Ja und nun sind wir schon wieder fast am Ende
der Bestandsaufnahme für das

420
00:42:35.020 --> 00:42:37.020
Vorwissen, das wir hier brauchen.

421
00:42:37.020 --> 00:42:45.020
Und ich möchte das Ganze hier nicht beenden,
ohne tatsächlich noch einmal auf

422
00:42:45.020 --> 00:42:49.020
die Zerlegung von Vektorfeldern zu kommen.

423
00:42:49.020 --> 00:42:55.020
Und zwar auf das sogenannte Helmholtz-Theorem
- häufig heißt das auch

424
00:42:55.020 --> 00:43:05.080
das Fundamentaltheorem der Vektoranalysis und
ist wirklich extrem wichtig und liefert

425
00:43:05.080 --> 00:43:11.080
uns mathematischen Hintergrund für vieles
von  dem was wir machen.

426
00:43:11.080 --> 00:43:18.080
Das Helmholtz-Theorem liefert zunächst mal
eine  ganz einfache Aussage.

427
00:43:18.080 --> 00:43:24.080
Und zwar ist es so, wenn wir ein ziemlich
beliebiges Vektorfeld f haben.

428
00:43:24.080 --> 00:43:31.080
Und ziemlich beliebig: wir wollen hier annehmen
das es tatsächlich stärker als 1/r

429
00:43:31.080 --> 00:43:36.080
gegen unendlich abfällt auf 0.

430
00:43:36.080 --> 00:43:39.080
Wir sehen nachher noch, wofür wir das tatsächlich
brauchen.

431
00:43:39.080 --> 00:43:45.080
Das ist aber eine Bedingung, die für tatsächlich
relevante Probleme eigentlich

432
00:43:45.080 --> 00:43:48.080
immer erfüllt - also keine strenge Einschränkung.

433
00:43:48.080 --> 00:43:52.080
Und wir können davon ausgehen, dass praktisch
jedes Vektorfeld, was uns in

434
00:43:52.080 --> 00:43:58.080
relevanten Problemen begegnen wird, genau diese
Eigenschaft erfüllt.

435
00:43:58.080 --> 00:44:07.040
Also, ein Vektorfeld, das ausreichend stark
abfällt  für r gegen unendlich, lässt sich

436
00:44:07.040 --> 00:44:18.040
zerlegen in einen rotationsfreien Anteil a
und in  einen divergenzfreien Anteil b.

437
00:44:18.040 --> 00:44:28.040
Das heißt, wir können F(r) schreiben als
a(r) plus  b(r), wobei eben die Rotation von

438
00:44:28.040 --> 00:44:34.040
a verschwindet und die Divergenz von b  verschwindet.

439
00:44:38.040 --> 00:44:50.040
Des Weiteren nehmen wir zur Kenntnis, dass
Gradientenfelder rotationsfrei sind.

440
00:44:50.040 --> 00:44:58.040
Das heißt, es gilt immer Rotation Gradient
phi gleich 0 für ein beliebiges skalares Feld
phi.

441
00:44:58.040 --> 00:45:05.000
Und wir nehmen zur Kenntnis, dass  Rotationsfelder
divergenzfrei sind.

442
00:45:05.000 --> 00:45:11.000
Das heißt, es gilt das die Divergenz von Rotation
A für ein beliebiges Vektorfeld A

443
00:45:11.000 --> 00:45:13.000
ebenfalls gleich 0 ist.

444
00:45:13.000 --> 00:45:22.000
Das ist letztendlich die Konstruktionsanleitung
dafür, wie wir denn jetzt Felder a und b

445
00:45:22.000 --> 00:45:29.000
finden können, so dass eben Rotation von a
verschwindet und Divergenz b verschwindet.

446
00:45:29.000 --> 00:45:35.000
Ja, das wird man jetzt so machen, dass a eben
gerade ein

447
00:45:35.000 --> 00:45:41.000
Gradientenfeld ist und b eben grade ein  Rotationsfeld
ist.

448
00:45:41.000 --> 00:45:44.000
Das können wir uns hinschreiben.

449
00:45:44.000 --> 00:45:51.000
Hiermit folgt also die Darstellung mit einem
skalaren Potential phi und einem

450
00:45:51.000 --> 00:46:00.060
Vektorpotential A, dass F(r) - ein beliebiges
Vektorfeld, das nur ausreichend

451
00:46:00.060 --> 00:46:07.060
stark gegen unendlich abfällt - geschrieben
werden kann als - Gradient phi + Rotation

452
00:46:07.060 --> 00:46:13.060
A also - Gradient eines Skalarpotentials +
Rotation  eines Vektorpotentials.

453
00:46:13.060 --> 00:46:19.060
Und hierbei wundern Sie sich im Moment vielleicht
über das Minus das hier auftaucht.

454
00:46:19.060 --> 00:46:24.060
Das ist eine reine Konvention - wirklich nicht
von Bedeutung.

455
00:46:24.060 --> 00:46:30.060
Wir schreiben es nur so hin, damit es später
nicht zu Verwirrungen kommt.

456
00:46:30.060 --> 00:46:37.060
Sie könnten das Minuszeichen ja genauso in
das  Potential reinziehen – dann würde alles

457
00:46:37.060 --> 00:46:40.060
andere genau so gelten - es ist eine reine
Konversion.

458
00:46:40.060 --> 00:46:53.060
Das Ganze wäre jetzt noch nicht so schön,
wenn wir  nicht auch tatsächlich dieses

459
00:46:53.060 --> 00:46:58.060
Skalarpotential und das Vektorpotential angeben
könnten.

460
00:46:58.060 --> 00:47:00.020
Genau das ist aber der Fall.

461
00:47:00.020 --> 00:47:08.020
Das heißt, man kann tatsächlich eben jetzt
sowohl das Skalar - hier ist ein

462
00:47:08.020 --> 00:47:13.020
Schreibfehler - das korrigiere ich dann irgendwann
mal - Skalar natürlich mit einem

463
00:47:13.020 --> 00:47:20.020
k noch darin - dieses Skalarpotential und das
Vektor-Potential können jetzt

464
00:47:20.020 --> 00:47:27.020
tatsächlich aus dem Feld F direkt ausgerechnet
werden in der Art und Weise

465
00:47:27.020 --> 00:47:33.020
wie das hier steht: das heißt, das sind Volumenintegrale
einmal über die Divergenz

466
00:47:33.020 --> 00:47:36.020
und einmal über die Rotation des Feldes.

467
00:47:36.020 --> 00:47:42.020
Ich habe hier, um es wirklich deutlich zu machen,
auch noch mal Striche drangesetzt:

468
00:47:42.020 --> 00:47:47.020
diese Differenzialoperatoren beziehen sich
jetzt  eben auf die gestrichene Koordinate

469
00:47:47.020 --> 00:47:53.020
und nicht etwa auf die ungestrichene Koordinate
die außen steht.

470
00:47:53.020 --> 00:47:55.020
Ansonsten könnten Sie das ja auch einfach
vor  das Integral ziehen.

471
00:47:55.020 --> 00:48:01.080
Es muss hier tatsächlich bezüglich der gestrichelten
Koordinaten abgeleitet werden.

472
00:48:01.080 --> 00:48:13.080
Das ist der Ausdruck. So, in der Form, gilt
er tatsächlich für Felder F, die ausreichend
schnell – also

473
00:48:13.080 --> 00:48:20.080
schneller als 1/r - gegen 0 streben.

474
00:48:20.080 --> 00:48:27.080
Man kann das erweitern für den Fall, wenn
das nicht  erfüllt ist, diese Voraussetzung.

475
00:48:27.080 --> 00:48:35.080
Dann kommen hier tatsächlich zusätzliche
Oberflächenterme hinzu mit jeweils zwei

476
00:48:35.080 --> 00:48:41.080
Oberflächenintegrale über die Oberfläche
eines Volumens.

477
00:48:41.080 --> 00:48:48.080
Und ja hier kann man schon so ein bisschen
ablesen,  wo diese Bedingung herkommt.

478
00:48:48.080 --> 00:48:56.080
Wenn ich also will, das diese Therme hier wegfallen,
dann muss ich eben zusehen, dass

479
00:48:56.080 --> 00:49:06.040
F(r‘) schneller gegen 0 strebt, als 1/r-r‘
gegen  endlich strebt.

480
00:49:06.040 --> 00:49:16.040
Und das ist genau diese Bedingung das r mal
F  für r gegen unendlich verschwindet.

481
00:49:16.040 --> 00:49:23.040
Dann fällt in diesem Oberflächenintegral
der Integrand ausreichend schnell ab, so

482
00:49:23.040 --> 00:49:29.040
dass selbst wenn ich das Volumen groß genug
mache, die Kugeloberfläche nicht schnell

483
00:49:29.040 --> 00:49:34.040
genug anwächst, um diesen Abfall von F zu
kompensieren.

484
00:49:34.040 --> 00:49:40.040
Und in dem Fall spielen die Oberflächenterme
eben keine Rolle und es

485
00:49:40.040 --> 00:49:44.040
bleibt eben genau das übrig, was ich eben
schon dargestellt habe.

486
00:49:44.040 --> 00:49:49.040
Das ist der Ausdruck, den wir in Zukunft verwenden
werden - in aller Regel - und nur

487
00:49:49.040 --> 00:49:53.040
in ganz, ganz großen Ausnahmefällen, wenn
es nicht anders geht, dann kommt eben

488
00:49:53.040 --> 00:49:57.040
dieser Term, diese Terme hinzu.

489
00:49:57.040 --> 00:50:04.000
Häufig werden Sie tatsächlich diese Komponenten
auch als sogenannte

490
00:50:04.000 --> 00:50:09.000
transversale und longitudinale Komponenten
bezeichnet finden.

491
00:50:09.000 --> 00:50:17.000
Also das, was sich aus den Gradientenfeld -
aus dem Skalarpotential - ergibt, wird

492
00:50:17.000 --> 00:50:23.000
häufig auch als die longitudinale Komponente
bezeichnet und die

493
00:50:23.000 --> 00:50:29.000
divergenzfreie Komponente Rotation A, die also
aus dem Vektorpotential kommt, die

494
00:50:29.000 --> 00:50:35.000
wird auch sehr häufig die transversale Komponente
des Feldes bezeichnet.

495
00:50:35.000 --> 00:50:44.000
Der Hintergrund ist an der Stelle der, dass,
wenn  Sie eine Fouriertransformation

496
00:50:44.000 --> 00:50:52.000
des Feldes F machen und sich das Ganze dann
an einem Punkt k betrachten - dann sind

497
00:50:52.000 --> 00:50:58.000
Sie im k-Raum - und betrachten einen Punkt
k, was natürlich ein Vektor ist, dann

498
00:50:58.000 --> 00:51:06.060
können sie eben das Feld im k-Raum aufspalten
in einem Beitrag in Richtung von

499
00:51:06.060 --> 00:51:13.060
k und in einem Beitrag senkrecht zu k: also
einmal longitudinal und einmal

500
00:51:13.060 --> 00:51:19.060
transversal. Und es stellt sich heraus, dass
diese Beiträge genau diese Beiträge

501
00:51:19.060 --> 00:51:25.060
sind, die wir hier grade auch angesprochen
haben.

502
00:51:25.060 --> 00:51:34.060
Das heißt, Rotation A ist eben dann genau
dieser transversale Anteil und Gradient phi

503
00:51:34.060 --> 00:51:40.060
bzw. - Gradient phi ist dann eben der  longitudinale
Beitrag.

504
00:51:40.060 --> 00:51:52.060
Gut. Das soll hier tatsächlich auch ausreichen,
für diese kurze Einführung.

505
00:51:52.060 --> 00:51:56.060
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit.

506
00:51:56.060 --> 00:52:04.020
Natürlich ist es so, dass wir auch später
immer mal wieder das Eine oder Andere auch

507
00:52:04.020 --> 00:52:07.020
an Mathematik wiederholen werden.

508
00:52:07.020 --> 00:52:13.020
Aber über manche Sachen werden wir dann auch
einfach hinweggehen und Ihre Aufgabe

509
00:52:13.020 --> 00:52:17.020
wird es dann sein, dass in Ihren Unterlagen,
die Sie ja haben aus anderen

510
00:52:17.020 --> 00:52:22.020
Vorlesungen oder einem guten Buch, dann einfach
noch mal nachzuschauen.

511
00:52:22.020 --> 00:52:26.020
Gut, das war es. Wie gesagt: Besten Dank!

512
00:52:26.020 --> 00:52:30.020
Auf der Webseite finden Sie gegebenenfalls
weitere Informationen.

513
00:52:30.020 --> 00:52:32.020
Bis zum nächsten Mal.

